Freunde dich mit diesen 10 großartigen Bi-Filmen an

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Ihr armen bisexuellen. Niemand will euch! Und ihr könnt noch nicht mal etwas dafür. Ihr hattet ja nicht danach gefragt, dass euch alle Wege der Liebe im Leben offen stehen, für den Spass auf beiden Seiten. Die Natur hat euch halt einfach besser gemacht.

Und auch in Filmen habt ihr es auch nicht leicht. Drehbuchautoren lieben das Binäre: Bei nur hetero oder nur homo ist für die zuwenig Raum für das, was es dazwischen noch gibt. Und bei einer Bi-Rolle geht es ja meist unweigerlich darum, dass die Charaktere entweder verwirrt, rücksichtslos oder konstruktiv sind. Oder vielleicht wird er sogar dazu gezwungen, sich für eins der beiden Geschlechter zu entscheiden. Manchmal gibt es wirklich großartige Bi-Rollen in Filmen — zu nennen sind hier Bound, The Rocky Horror Picture Show, Basic Instinct, Cabaret, Sunday Bloody Sunday, oder Angeline Jolie in all ihren Filmen. Aber wenn du etwas abseits vom generellen Film-Trend suchst, dann schau dir einen der folgenden Filme an.

Appropriate Behavior, einfach ungezogen (Originaltitel: Appropriate Behavior)

Dieser Film wird die persischen Mädchen genannt – und das mit gutem Grund. Es geht um eine liebenswerte, egozentrischen junge Frau in New York City.  Dieses autobiografische Debüt von Desiree Akhavan über das ziellose Treiben einer Mittzwanzigjährigen ins Erwachsensein ist einfachere Kost als eine HBO-Show. Der Film greift die täglichen Probleme auf die man hat, wenn man nicht weiss und nicht hetero ist. Er besticht durch seine Absurdität und Ungeniertheit ganz so, als wenn in Broad City ein bisexueller Bürgermeister gewählt würde.

Zwei Freundinnen (Originaltitel: Les Biches)

In dem Film des französischen Regisseurs Claude Chabrol’s aus dem Jahr 1968 geht es um zwei Frauen — Stephane Audran and Jacqueline Sassard (die im Film den Namen „Why“ hat) — die sich treffen, verführen und dann zusammen an die Riviera reisen gehen wo beide eine Affäre mit Jean-Louis Trintignant beginnen. Aber er ist eigentlich nur Dekoration: Die Frauen sind auf ihre gegenseitige psycho-sexuelle Manipulation aus – und das mit viel Stil und voller Intrigen. Nicht wirklich progressiv, aber unglaublich cool und immer überraschend… Und das zählt wirklich viel.

The Comedian

Der Film Weekend von Andrew Haigh’s aus dem Jahr 2011 – über zwei junge schwulen Männern die sich treffen, Sex haben und viel miteinander reden – wurde vor ein paar Jahren hoch gelobt.  Wie ein großer Schatten liegt dieser Film über dem von Tom Shkolnik The Comedian aus dem Jahr 2012. Dieser handelt von einem mehr oder minder erfolgreichen Stand-Up-Comedian (Edward Hogg) der sich zwischen seiner Mitbewohnerin (Elisa Lasowski) und seinem Freund (Nathan Stewart-Jarrett), den er im Nachbus kennen lernt, entscheiden muss. Es ist ein Film über das zeitgenössische London, so wie ihn der britische Regisseur Richard Curtis niemals machen würde. Stell dir einfach die Liebe vor, ziehe davon Weihnachten, Glück, den Großteil der Besetzung und die reichen Leute ab, und schwupp: hast du das hier.

The D Train

Das nächste Klassentreffen steht an und der Organisator ist damalige Versager der High School, Jack Black – der immer noch im gleichen Ort wohnt, jung geheiratet hat und sich noch immer keinen Respekt verschaffen kann. Er will sein Ansehen damit steigern, indem er die Zusage des beliebtesten Jungen seine Abschlussklasse für das Treffen erhält: Der berühmte Schauspieler James Marsden, der nun in Los Angeles lebt und oberkörperfreie Werbespot für Sonnenmilch dreht. Aber wie will Black das hinbekommen? – Mit Sex natürlich! Während  Marsden unerschütterlich erfrischend, frisch und bisexuell ist, ist es dann doch Black’s Midlife-Crisis die zur Einigung zu diesen Deal die Show stiehlt als er sich eingestehen muss, dass er Sex mit einem Mann hatte – und es sogar mag.

Hundstage (Originaltitel: Dog Day Afternoon)

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte: Der verheiratete Vater Sonny (gespielt von Al Pacino) überfällt eine Bank, mit dem Ergebnis, dass alles außer Kontrolle gerät. Sein Komplize ist sein Liebhaber Saal (John Azalee). Ihr Motiv dabei: Geld für die Geschlechtsumwandlung von Sal zu bekommen. Dieses Kriminal-Drama von Sidney Lumen ist knisternd, mutig und durch und durch 70er Jahre-Kino. Und was die Charaktere ausmacht ist, dass der Film gar keine Zeit für herzschmerz-Dialoge hat. Sie müssen eine Bank überfallen. Das sind Action-Schwuppen. Und wahre Pioniere!

Die Bettlektüre (Originaltitel: The Pillow Book)

In diesem kuriosen Film von Peter Greenaway aus dem Jahr 1996 spielt Vivian Wu eine junge japanische Frau, die Sex und Kalligraphie liebt. Insbesondere liebt sie es, Kalligraphie auf den Körpern ihrer Liebhaber zu praktizieren. Sie versucht sich als Schriftstellerin, wird aber von einem Herausgeber zurückgewiesen. Dann findet sie heraus, dass einer ihrer Liebhaber (Ewan McGregor) bisexuell ist und eine Affäre mit diesem Herausgeber hat. Schnell ist ein Plan gefasst. Man soll nie sagen, dass Bisexuelle nicht hilfsbereit in Zeiten sind, wo es wirklich notwendig ist. Und man soll nie sagen, dass Ewan McGregor Angst davor hat seinen Schwanz in einem Film zu zeigen. Das hat er nämlich hier und in Trainspotting und in Velvet Goldmine – ein weiter Film dieser Liste – gemacht.

Score

Die größte aller Swinger-Fantasien wird für das extrem geile Ehepaar Lynn Lowry und Gerald Grand wahr, als sie das junge Ehepaar Claire und Calvin Culver verführen, mit dem, was man frech „gemischtes Doppel“ oder „flotter Vierer“ beschreibt. Dieser Erotikfilm von Radler Metzger aus dem Jahr 1974 ist dreist, ohne Scham und wahrscheinlich mehr als jeder andere Film der Grund dafür, dass bi-neugierige Menschen mit ihrem gleichen Geschlechts ins Bett gegangen sind. Achtung: Schau dir nicht die 84-Minuten-Softcore-Fassung an wenn du dich nicht ärgern willst. Was du haben willst ist der volle 91-Minuten lange Directors-Cut!

Geschlecht in Fesseln 

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Geschlecht in Fesseln ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahr 1928 über eine Mann (gespielt von William Dieterle, der auch Regie geführt hat), der wegen Totschlags ins Gefängnis kommt. Dort ist er weit weg vom miserablen Leben mit seiner Frau und beginnt eine Beziehung mit einem anderen Häftling. Auch wenn es kein Happy End gibt ist der Film sehr zärtlich und berührend. Und wir sprechen vom Jahr 1928, das muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Film aus dem Jahr 1928 und zwei Männer im Gefängnis lieben sich statt sich gegenseitig zu vergewaltigen. Ja genau:  Fick dich, du Knastcoach.

Skyfall

Okay, das ist nicht wirlich ein bisexueller Film. Aber in der Szene in der Daniel Craig verführerisch zum Bösewicht Javier Bardem sagt „Wieso denkst du, dass das mein erstes mal (mit nem Kerl) ist?“ ist einer der knisternden Dialoge, die je über die Lippen von 007 gekommen sind. Das der kultige Super-Playboy-Agent damit eigentlich ein verbales Katz-und-Maus dabei spielt, ist da Nebensache. In genau diesem Moment muss ich immer an Bond’s Kopfnicken denken – und das ist wirklich exzellent!

Velvet Goldmine

Todd Haynes‘ Glam-Rock-Film ist ein verworrenes semiotisches Netz aus Melancholie, Rock’n Roll-basierter Selbstfindung, der traurigen Wiederherstellung von Gedächtniserinnerungen und Erkundung von Wegen, die eine Fangemeinde formen kann und wie die Menschen die daran mitmachen sich dabei selbst verzerren. Die Handlung dreht sich um das mysteriöse Verschwinden des Glam Rockers Maxwell Demon, aber der Film folgt dabei einem eher ungewöhnlichen Konzept und ist oftmals einfach zu cool und eigenartig um einen Erfolg beim breiten Publikum zu erlangen. Das Filmstudio hat dazu dann noch versucht den Film als geheimnisvolle Mordgeschichte zu vermarkten – wodurch die Kinokassen leer blieben. Aber mach dir dein eigenes Bild von Christian Bale, Jonathan Rhys-Meyers und Ewan McGregor, wenn sie in einer befriedigenden Kombinations-Vielfalt in (und aus) den Betten fallen.

Der Mann ihrer Träume (Originaltitel: Young Man With a Horn)

Bevor in Hollywood schwule Filmrollen mit ihrer igenen Identität salonfähig wurden, gab es die „kranken“. So wie die der kultivierten, intellektuellen und psychoanalyse-süchtigen Amy (gespielt von Lauren Bacall), die dem Jazz-Musiker Rick (Kirk Douglas) gegenüber steht (sie beneidet seine „Trompete“). In diesem Melodram aus dem Jahr 1950 wird die Bisexualität von Amy auf tragische Weise dargestellt. Die andere Frau ist die lebensfrohe und freudige „normale“ Jazz-Sängerin Jo (Doris Day). Aus heutiger Sicht ist aber Amy die einzige wirklich interessante Person auf der Leinwand. Wäre dieser Film 40 Jahre später gemacht worden, dann hätte sie sicher beide triumphierend mit einem Eispickel kurz vor dem Abspann ermordet .

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